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Auslandspraktikum in London von Laura und Giuliano
April bis Mai 2018

Im Mai 2018 hatten wir die Möglichkeit im Zuge unserer Ausbildung einen Monat in London zu verbringen. Der Senat für Bildung, Jugend und Familie zusammen mit dem Erasmus Plus Programm unterstützten uns hierbei. Das Programm nannte sich GoEurope. Außer London werden unter anderem Granada, Malta, Dublin, Cork und Perpignan angeboten.

Ein paar andere Azubinen und Azubis aus unserem Betrieb haben uns zu unseren Erfahrungen befragt.

Wie seid ihr auf das Programm gestoßen?

Giuliano: Im Januar hatten wir Besuch von einer Vertreterin des Programms in der Berufsschule. Sie hat es kurz vorgestellt und uns auch Flyer mitgegeben. Anfangs war ich nicht so interessiert, aber gegen Ende, vor Allem als sie London erwähnte, hatte sie plötzlich 110 % meiner Aufmerksamkeit.
Laura: Vor allem der finanzielle Teil hat uns hellhörig gemacht, da wir es uns als Azubis ansonsten nicht hätten leisten können für ganze fünf Wochen im Ausland zu leben, noch dazu in einer Stadt wie London.

Was genau ist denn im Programm enthalten?

L: Die EU-Agentur der Senatsverwaltung für Bildung und Jugend übernimmt sämtliche Unterkunfts- und Reisekosten, sowie die Kosten der nötigen Versicherungen.
G: Genau, so mussten wir nur noch einen Kostenbeitrag von 100,00 € und unsere Freizeitkosten tragen - die in London echt hoch sind ...
L: Außerdem hat uns unser Betrieb in Berlin auch noch unterstützt, in dem sie die Oyster Card bezahlt haben (Öffentliche Verkehrsmittel in London).

Das klingt ja super! Wie ging es dann weiter?

G: Dann mussten wir ganz klassisch eine Bewerbung verfassen, damit GoEurope unsere Motivation wahrnehmen kann. Die Bewerbung musste in der Sprache des Wunschlandes bzw. Stadt sein, in unserem Fall Englisch.
L: Nachdem wir angenommen wurden, wurden wir gemeinsam zu einem Seminar eingeladen, bei dem wir dann den Vertrag unterschrieben.
G: Dort hatten wir auch noch mal die Möglichkeit Fragen zu stellen. Die ganze Zeit über wurden wir gut betreut.

Wie lang war der Bewerbungsprozess insgesamt?

L: Insgesamt war der Prozess ca. 2 Monate lang, danach gab es nur noch ein Seminar, in dem der Online Sprachkurs erklärt wurde, den man bei einem Aufenthalt von fünf Wochen absolvieren muss, und am Ende des Praktikums ein Nachbereitungsseminar.

Als ihr dann angekommen seid, wie war der erste Eindruck von London?

G: Lustigerweise hat es bei unserer Ankunft in London geregnet. Somit hat sich London von seiner besten Seite gezeigt.
L: Es war auch eine neue Erfahrung auf einem komplett fremden Flughafen auf sich selbst gestellt zu sein und sich allein zurecht zu finden.
G: Da wir früh am Morgen landeten, hatten wir noch viel von dem Tag, um uns an die Stadt zu gewöhnen, bevor es dann am nächsten Tag so richtig los ging.

Bei welchem Betrieb habt ihr denn dann gearbeitet?

G: Wir hatten das Glück in einer Tochter unseres Betriebs in Berlin tätig zu sein. Somit blieben wir in einem ähnlichen Arbeitsumfeld. Lediglich der Weg zur Arbeit, gestaltete sich neu.
L: Andere Praktikanten, die keine betriebliche Auslandskontakte haben, bekamen von einer externen Agentur vor Ort einen Praktikumsplatz zugewiesen.
G: Viele waren aber damit nicht zufrieden, da sie nur als Praktikanten eingesetzt wurden und keine herausfordernden Aufgaben hatten.
Wir hingegen hatten halt echt Glück!

Das klingt spannend! Was genau waren eure Aufgaben?

G: Ich war im Auftrag der Personalabteilung in London. Dort half ich unseren Kollegen vor Ort bei dem Recruiting der Position eines neuen Local Brand Managers für das UK. Die Aufgabe war mir sehr viel Verantwortung verbunden, mehr als mir anfangs als Azubi recht war. Doch schnell merkte ich, dass ich der Verantwortung gewachsen war und, dass mir mein Betrieb zurecht vertraute. Das stärkte natürlich mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein.
L: Da das Büro dort gerade neu eröffnet hatte, war ich für die Implementierung neuer Büroprozesse und die Arbeitsplatzgestaltung vor Ort zuständig. In Zusammenarbeit mit unserem Hauptsitz in Berlin habe ich neue Beziehungen zu Lieferanten aufgebaut und teaminterne Weiterentwicklungsmaßnahmen vorangetrieben.

Wenn ihr nicht gearbeitet habt, wie habt ihr eure Freizeit gestaltet?

G: In meiner Freizeit probierte ich nicht touristische Ecke Londons aufzusuchen. Ich habe versucht „Einheimische“ kennen zu lernen, Menschen die in London aufgewachsen sind. Natürlich war ich auch ein paarmal feiern. Es ist witzig wenn man in Berlin wohnt und die Clubs der Stadt gewohnt ist und dann in einer anderen Metropole feiern geht. Hier kann ich nur sagen, um 4:00 AM machen die das Licht an. Beim ersten Mal war ich total erschrocken, weil ich dachte, die Polizei würde den Club stürmen, aber Briten gehen um diese Zeit nun schon mal nach Hause.
L: Auch ich habe viel die Stadt erkundet. Oft habe ich mich einfach in einen der berühmten roten Busse gesetzt und bin bis zur Endhaltestelle gefahren. Auf diese Weise habe ich jede Menge neue und interessante Ecken kennen gelernt. Außerdem war ich auch in einem der vielen Musicals, die in London aufgeführt werden und bei einer wirklich interessanten Harry-Potter-Walking-Tour.

Habt ihr dann die ganze Zeit in einem Hotel gelebt?

G: Nein, wir waren in einer Gastfamilie untergebracht, die die Partneragentur für uns gesucht hat. In meinem Fall habe ich bei einer Gastmutter gelebt, die jeden Abend für mich gekocht hat. Wir haben uns echt gut verstanden.
L: Auch ich war bei einer Gastmutter, die sich sehr lieb um mich gekümmert hat. Frühstück und Abendessen hat sie für mich vorbereitet und Mittagessen habe ich mir selbst besorgt.
G: Wir sind meist zusammen mit dem Team in einen Sainsbury's in der Nähe gegangen und haben uns mittags dort versorgt. Anschließend haben wir zusammen im Büro gegessen.

Fandet ihr London sehr teuer? Und wurdet ihr für das Praktikum bezahlt?

L: Eigentlich ging es preislich. Es waren nur einige Produkte, die teurer waren, allerdings ist auch der Wechselkurs nicht mehr ganz so hoch durch den Brexit. Geld sparen konnten wir auch dadurch, dass wir viel bargeldlos (VPay) bezahlt haben, da wir so die Wechselgebühren beim Tauschen nicht hatten.
G: Für das Praktikum an sich haben wir kein extra Geld bekommen, aber wir bekamen weiterhin unser vertraglich geregelte Ausbildungsvergütung. Aber London war, wie vorhin schon erwähnt, sehr teuer. Zum Vergleich. Ein Kinoticket hat, im Schülertarif 17,50 £ gekostet - das sind ungefähr 19,50 €...

War es schwer Anschluss zu finden?

G: Mir fiel es sehr leicht Anschluss zu finden. London war sehr weltoffen und einladend. Die Menschen waren freundlicher und offener als in Berlin.
L: Für mich war es schon etwas schwerer, da ich oft nicht genau wusste, wie ich neue Leute kennen lernen konnte. Glücklicherweise bot die Partneragentur Aktivitäten für die Teilnehmer an, bei denen man die Möglichkeit hatte mit anderen in Kontakt zu kommen.

Würdet ihr die Erfahrung wiederholen bzw. könnt ihr anderen den Auslandsaufenthalt empfehlen?

L: Ich würde jederzeit wieder ins Ausland gehen! London hat mir sehr gut gefallen und es war eine tolle Erfahrung in einem anderen Land zu arbeiten und zu wohnen. Man zieht nicht einfach auf gut Glück um, sondern hat immer die Sicherheit nach einigen Wochen nach Hause zurück zu kommen. Anderen wünsche ich, dass sie ebenso die Möglichkeit bekommen ins Ausland zu gehen und neue Erfahrung zu sammeln.
G: Es war eine tolle Zeit und ich habe sehr viel dazu gelernt. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich sofort wieder ins Ausland. Die Erfahrung wünsche ich jedem! Man lernt sich besser kennen.

Und zum Abschluss noch die wichtigste Frage: Habt ihr die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle miterlebt?

G: Aktiv nicht, aber die Hochzeit war überall sichtbar. Die ganze Stadt war im Hochzeitsrausch. Mich hat es weniger interessiert, aber ich habe ein paar Minuten im Fernsehen mitverfolgt.
L: Man konnte dem gar nicht entgehen! Überall in der Stadt hingen Bilder und wurden Accessoires verkauft. Am Hochzeitstag selbst, war ich bei einem Public Viewing im Park. Es war eine unglaublich tolle Stimmung, viele haben sich verkleidet, hatten Picknicks dabei und das Wetter war einfach wunderbar.

Teilnehmer KBM 621:
Emina Ismaili, Jewellery Direct Supply
Michelle Rödel, Oracle Solicitors
Melina Kasimir, Malvern House

Zeitraum:
29.04.-26.05.2018

Praktikumsort:
London

Unterkunft:
Gastfamilie Peckham

Mein Praktikum bei Jewellery Direct Supply, sozusagen einem Juweliergeschäft, war eine ziemlich abwechslungsreiche und schöne Erfahrung.

Trotz meiner Bedenken am Anfang konnte ich schon in der zweiten Woche sagen, dass ich mich recht gut eingelebt hatte und sowohl die Sprache, als auch die neue Umgebung und die neuen Gesichter keine Probleme waren. Es war äußerst spannend, ein Teil eines anderen Arbeitsklimas zu sein, in einem anderen Land mit einer anderen Sprache, - wo doch vieles anders abläuft als in Deutschland.

Die Aufgaben waren kleine, typische Praktikantenaufgaben, die jedoch abwechslungsreich und herausfordernd waren. Ich durfte die Ware verpacken, ins Postbuch eintragen und anschließend zur Post bringen, wo diese dann letztendlich an die Kunden versandt wurde. Ich habe Recherchen durchgeführt und die Datenbank erweitert. Besonders herausfordernd war es für mich die Kundenanfertigungen in der Umgebung abzuholen oder sogar zu bestellen, da ich gezwungen war mich mit Ihnen auf Englisch über die Ware zu unterhalten und die Orte selbstständig zu finden. Doch auch diese Hürde habe ich spätestens ab der 4. Woche überwunden so, dass dies am Ende sogar meine Lieblingstätigkeit im Betrieb war.

Die Freizeit, die wir nach der Arbeit hatten, haben wir jeden Tag genutzt, denn in London gibt es so viel zu sehen und zu unternehmen, dass die vier Wochen gar nicht ausgereicht haben. Besonders gefallen hat es mir, dass wir Kontakt zu den Leuten in unserem Alter hatten. Wir wurden herzlichst aufgenommen und hatten viele lustige Gespräche.  Nach dem ersten Wochenende fühlte man sich schon gar nicht mehr fremd in diesem Land. Trotz der Bedenken vor der Reise, fühlten wir uns schon nach ein paar Tagen angekommen. Diese Zeit hat mir sowohl sprachlich als auch menschlich viel gebracht und ich würde solch ein Projekt immer wieder mitmachen.


Oracle Solicitors

Man hat nicht immer die Möglichkeit bei einer Anwaltskanzlei in England reinzuschnuppern, aber genau das durfte ich bei „Oracle Solicitors“ machen.

Dort habe ich täglich von 09.00 Uhr-17.30 Uhr Nähe der Oxford Street gearbeitet.

Mein Aufgabenbereich umfasste dabei:

-  das Scannen von Fallakten oder Personalunterlagen
-  Telefonieren auf Englisch mit Kunden und Geschäftspartnern
-  Besucherbetreuung an der Rezeption
-  Recherche von Informationen
-  Ausfüllen von Bankschecks (für Klienten oder das Büro) und Abgabe bei der Bank

-  Bearbeiten der Ausgangspost (Kuvertieren, Frankieren eventuell mit DX Verweis)

-  Datenbankpflege

Ein weiteres Highlight war der 10-Kilometer „London Legal Walk“, welcher sich für diejenigen stark macht, die eine Rechtsberatung wahrnehmen müssen, um Ungerechtigkeit zu verhindern. Dabei konnte ich die Geschäftsführer, Anwälte und Kollegen einfach besser kennenlernen und einen persönlichen Draht entwickeln.

Ich bin dankbar über meine Erfahrungen in der Firma und wurde sehr freundlich aufgenommen.


Malvern House

Die Praktikumszeit bei Malvern House war eine schöne Erfahrung. Malvern House ist eine Sprachschule, die am Bahnhof King‘s Cross ansässig ist. Hauptsächlich saß ich an der Rezeption der Sprachschule. Meine Aufgaben waren somit auch berufsbezogen. Ich habe unter anderem interne E-Mails beantwortet und mich mit der Datenbank vertraut gemacht, wo alle Schüler hinterlegt sind. Dort habe ich nach Anweisung neue Schülerakten angelegt und zugehörige Dokumente eingepflegt. Außerdem habe ich eine PowerPoint Präsentation erstellt. Thema dieser Präsentation war die Erstellung einer Sightseeing-Tour rund um den Bahnhof King´s Cross. Ich wurde herzlich von allen Kollegen/innen empfangen und in das tägliche Arbeitsleben integriert.

Neben dem Praktikum gab es ja auch noch die Freizeit in London und das Leben mit der Gastfamilie.

Der erste Eindruck zählt ja bekanntlich – dieser lief ganz anders als erwartet nicht so gut, doch ich muss sagen, das Leben mit der Gastfamilie lief von Tag zu Tag besser.

Unsere Gastfamilie war grundlegend sehr nett, wobei wir uns erst einmal an die Essgewohnheiten anpassen mussten, da sie aus Jamaika kam. Wir wurden zum Barbecue mit der gesamten Familie eingeladen und auch so sorgte sie stets für Unterhaltung.

Außerhalb des Praktikums haben wir viel unternommen, um London kennenzulernen. Dazu gehörten eine Sightseeing Tour mit dem Bus durch London, eine Fahrt im London Eye, Shopping Touren durch die Oxford Street, Besuch des Camden Markets sowie Covent Garden, Notting Hill, Buckingham Palace, Schlendern durch China Town, Entspannen im Hyde Park und in vielen Bars oder Clubs.

Außerdem haben wir an der Harry Potter Studio Tour teilgenommen, welche absolut empfehlenswert ist.

Michelle hatte außerdem einen einwöchigen Sprachkurs vor der Praktikumszeit gebucht, die nachmittags Ausflüge angeboten hat, z.B. einen Ausflug zum den Aussichtsturm „Skygarden“ oder eine Stadtführung zum Tower oder der Tower Bridge.

Der krönende Abschluss war die feierliche Zeugnisausgabe im Roten Rathaus in Berlin, wo alle Teilnehmer/-innen ihren Europass verliehen bekommen haben.

Alles in allem war das Auslandspraktikum ein sehr gelungener Aufenthalt und wir können nur jedem weiterempfehlen, diese Chance zu nutzen und sich zu trauen. :-)